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Tipp für aktive Zeitgenossen: wie man durch Niesen seinen Charakter vor- und blossstellt Nein, den Charakter sollte man eigentlich gar nicht blossstellen. Gruuusig. Wenn er so nackt dastehen würde, Hängebauch, Hühneraugen und was sonst noch. Der Charakter soll bekleidet bleiben, dann sieht er besser aus. Ausserdem habe ich den Vorschlag zum Blossstellen gemacht, um nicht immer nur mit dem Wort «Schifffahrt» die neue Duden-Dreieinigkeit der Konsonanten zu zelebrieren. Mal was Neues: «Blossstellen» mit drei «s». Bisher ging's doch ganz gut mit der Beschränkung auf zwei Konsonanten, wo ohnehin alle vom Sparen reden. Stellen Sie sich vor, wieviele «s» wir bisher dank Duden gespart hatten. Und nun: Blos-s-stellen! Da steckt sicher die Raffgier der Druckereien dahinter. Drei neue Duden-kompatible «s» und was das gleich für jede Druckerei ausmacht pro Jahr! Aber warum sollen sich nicht auch Drucker eine goldene Nase verdienen? Das bringt mich zum Thema zurück, dem Niesen. Noch so ein vom Duden nicht bereinigtes Wort. Denn es gibt laut Statistik allerhöchstens 10% Niesen-Nieser. Meistens Damen. Alle andern, Männer vor allem, aber auch Frauen, niesssssen, sind Niessssen-Nieser. Am schlimmsten sind die Laut- und Feuchtnies(s)er. Vor allem wenn sie einen echten, ansteckenden Pfnüsel haben, nicht nur so ein bisschen Allergieanfall. Einer sass einmal an Pfingsten hinter mir im Car in Kastilien, der hat mir mit seinem Laut- und Feuchtnies(s)en den ersten Teil der Spanienreise versaut. Für solche Situationen habe ich jeweils ein kleines Voodoo-Bäbeli im Reisenecessaire und die nötige Anzahl Stecknadeln. Der spanische Laut- und Feuchtnies(s)er hat während des zweiten Teils der Reise nicht mehr genossen. (Tatsächlich, beim Partizip hat der Duden die Lautmalerei gecheckt. Bravo! Oder heisst es etwa geniest?). Doch nun zu den Lang-Nies(s)ern! Wenn Lang-Nies(s)en nicht so anstrengend wäre, hätte ich den Verdacht, es handle sich um Hedonisten, die das Nies(s)en geniessen. Aber ich habe von einem Lang-Nies(s)er gelesen, der nach 273 Nies(s)ern halbtot in die Notfallstation eingewiesen wurde. Leistenbruch. Der hätte sich glatt ins «Guinness Book of World Records» eintragen lassen können und wäre dann wer gewesen. Der arme Kerl hat's verpasst, seinen Rekord anzumelden. Wahrscheinlich wusste er nicht, was «nies(s)en» auf englisch heisst. (Da sieht man, wie gut es Buschor mit der heutigen Schuljugend meint). Charles Osborne aus Iowa, USA, war cleverer, er schaffte es ins «Guinness Book of Records». Er kriegte 1922 den Hitzgi (Schluckauf nach Duden) als er ein Schwein schlachtete und hörte nicht mehr auf, bis ihn seine Frau verliess, weil ihm beim dauernden Hitzgen immer wieder die falschen Zähne herausfielen (unter Hiccup oder Hicough im Guinness nachzulesen). Vom Gähnen berichte ich jetzt nichts, obschon da interessante Rekorde von fünfwöchigen Gähnperioden verzeichnet wären (das geschah wahrscheinlich nach einer Bundesratsrede zum Niedrigenergie-Spiegeleierbraten). Ich weise nur noch kurz darauf hin, dass Niesen zur richtigen Zeit auch Segen oder zum mindesten grosse Erleichterung bringen kann. Mein Jüngster hatte sich, wahrscheinlich als Notvorrat, eine Olive ins linke Nasenloch gesteckt, die erst nach kräftigem Reizen mit Niespulver wieder heraus katapultiert (und anschliessend von ihm gegessen) wurde. Ob für Oliven oder anderes, das beim Niesen heraus gestossen wird es lohnt sich auf jeden Fall, ein Taschentuch bereit zu halten. Denn wie ja auch das Lexikon so treffend festhält, handelt es sich beim Niesen um ein explosionsartiges Ausstossen der Luft aus der Nase zur Befreiung von Fremdkörpern. Und in diesem Zusammenhang quält mich eine Frage: Ist Nasenpiercing nies(s)-kompatibel oder jagt's gleich den ganzen Goldring oder das Glückschäferli mitsamt einem Stück Nasenwand weg? Vielleicht hat jemand schon diesbezügliche Erfahrungen gemacht, die wir im SCHPOIZ allen Interessierten weiter leiten könnten.
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Auszüge aus schpoiz 9, Februar 2002: Schpoiz Gesundheitstipps von Heidi Mathur-Frei Cartoon: Aids Anthrax von Schlorian Artikel: Auch Sie sind eine Kriegsgurgel von Stefan Haller Tipp
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