Klonen ist geil!

Irrationale Ängste verhindern den Fortschritt im wichtigsten Bereich des menschlichen Lebens. Schafe dürfen sich klonen, aber wir vermehren uns noch immer wie in der Steinzeit!

Während bei jedem Yoghurt ein Schwadron Lebensmittelingenieure auf Hygiene und richtige Zusammensetzung achtet, produzieren wir unsere eigene Spezies hinter verschlossenen Türen. Als hätte die Industrialisierung nie stattgefunden, vermischen wir unkontrolliert unsere Gene in septischer Umgebung. In den geschwollenen Bäuchen von Frauen (ausschliesslich!) wachsen Embryos heran, von denen niemand weiss, wie sie dereinst wählen werden. Soll so eine Generation entstehen, die fähig ist, den Klimakollaps zu überleben?

Suche nach seinesgleichen
Wir wollen gleich sein wie unsere Mitmenschen. Deshalb kaufen wir Kickboards und Handys, trinken Coca Cola und essen Nestle, hšren Spice Girls und schauen Big Brother – und hoffen, damit einander ähnlicher zu werden. Aber welche Enttäuschung: Auf dieselbe Nahrung reagierst du mit Fettpölsterchen und ich mit Allergien, durch dieselben Informationen wirst du depressiv und ich apathisch, die gleiche Mode macht dich magersüchtig und mich pleite. Je klonoider wir uns verhalten, desto klarer wird, dass wir alle anders sind. Viele halten dies nicht aus, flüchten in Drogen oder werden Mitglied der SVP.

Klonen nützt uns allen
Indem wir uns klonen, schaffen wir uns wirklich gleichgesinnte Mitmenschen. Unsere Eigenliebe wird sich in Nächstenliebe wandeln, unser Eigensinn in Gemeinsinn. Die Egalité, von der die Menschheit seit über zwei Jahrhunderten träumt, wird endlich Realität werden. Männer und Frauen werden gleich sein. Andere Lebewesen vermehren sich schon seit Jahrmillionen durch Parthenogenese; Ängste sind also unbegründet.

Klonen ist göttlich
Erst recht keine Berechtigung haben ethische Bedenken gegen das Klonen. Richtige Christen wissen, dass die Geschichte der Menschheit mit einem Klonakt begann: Gott entnahm Adam eine Rippe und formte daraus (d.h. aus den adulten Stammzellen, welche sich im Knochenmark befinden) einen zweiten Menschen (1. Mose 2, 21). Natürlich liess er dabei das verkümmerte y-Chromosom weg. Auch im neuen Testament taucht ein Kind auf, das nicht mit Paarung gezeugt wurde. Dieses wird ausdrücklich als «Gottes Sohn» bezeichnet (Lukas 1, 35). Wir tun also gut daran, wenn wir endlich zur Tat schreiten und der Erde mehr Kinder Gottes schenken.

 

 

Auszüge aus schpoiz 7, August 2001:

Leitartikel: Klonen ist geil ! von Stefan Haller

Cartoon: Problemlösung kinderleicht von Schlorian

Tipp für aktive Zeitgenossen: wie man einen Pinguin klont von Doris Morf

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